{"id":240,"date":"2016-02-14T20:14:10","date_gmt":"2016-02-14T19:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kindergruppeamerlinghaus.at\/web\/?page_id=240"},"modified":"2023-01-07T16:35:22","modified_gmt":"2023-01-07T15:35:22","slug":"elternverwaltung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kindergruppeamerlinghaus.at\/web\/organisatorischer-rahmen\/elternverwaltung\/","title":{"rendered":"Elternverwaltung"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Jede einzelne Kindergruppe ist ein eigenst\u00e4ndiger gemeinn\u00fctziger Verein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Von den herk\u00f6mmlichen Betreuungseinrichtungen unterscheiden sich die Kindergruppen haupts\u00e4chlich durch die kleine Gruppengr\u00f6\u00dfe (max. 14 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren \u2013 meist von zwei Betreuer\/inne\/n gleichzeitig betreut) und durch die Mitarbeit und Mitgestaltungsm\u00f6glichkeit der Eltern. Die Eltern bilden den Vereinsvorstand, sind f\u00fcr die Finanzen zust\u00e4ndig, putzen, kochen, renovieren und beteiligen sich auch an der direkten Arbeit mit den Kindern.<\/p>\n<p>In p\u00e4dagogischer Hinsicht bieten die elternverwalteten Kindergruppen eine alternative, nicht-direktive Kindeserziehung, genauer definiert durch das <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.wiener.kindergruppen.at\/wp-content\/uploads\/Manifest.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manifest der Erwachsenen in selbstorganisierten Kindergruppen<\/a>\u00a0<\/span>(PDF),\u00a0sowie durch Rebeca Wilds \u201eGrenzen f\u00fcr Erwachsene&#8220; (siehe Literaturliste am Ende dieser Seite.)<\/p>\n<p><strong>Im \u201eManifest der Erwachsenen in selbstorganisierten Kindergruppen\u201c hei\u00dft es:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eJede einzelne Gruppe hat ein p\u00e4dagogisches Konzept, welches sich von den bisher \u00fcblichen p\u00e4dagogischen Sichtweisen dadurch abhebt, dass es nicht \u00fcber das Kind verf\u00fcgen will, sondern dem Kind die M\u00f6glichkeit bietet, sich selbstbestimmt weiterzuentwickeln, sich zu erweitern.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Es sieht das Kind als aktives, kreatives Wesen mit vielf\u00e4ltigen sozialen Bindungs- und Gruppenbildungsf\u00e4higkeiten. Die Kindergruppen beschr\u00e4nken sich auf eine \u00fcberschaubare Gr\u00f6\u00dfe [&#8230;] Dadurch kann eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Spielfreiheit geschaffen werden, die Kinder k\u00f6nnen sich geborgen f\u00fchlen und gen\u00fcgend Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen und sie k\u00f6nnen eine intensive Beziehung zueinander aufbauen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Die kleinen Gruppen erm\u00f6glichen es den Kindern auch, m\u00f6glichst weitgehend Verantwortung f\u00fcr ihr Tun in der Gruppe zu \u00fcbernehmen. Im Gegensatz zum Kindergarten ist der Tagesablauf in Kindergruppen wenig strukturiert, die Kinder entscheiden selbst, womit sie sich besch\u00e4ftigen und auseinandersetzen wollen. Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass es vielf\u00e4ltige Materialien und Anregungen gibt, aus denen die Kinder w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Jedes einzelne Kind muss von den Betreuungspersonen individuell beachtet und gef\u00f6rdert werden. Auch die sozialen Beziehungen und Konflikte sollen die Kinder m\u00f6glichst weitgehend selbst gestalten, Verhaltensregeln erarbeiten oder sie ver\u00e4ndern, wenn sie sich nicht bew\u00e4hren. So wie auf der Erwachsenenebene keine hierarchische Ordnung, sondern gleichberechtigte Partnerschaft herrscht, so ist auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Erwachsenen und Kindern in der Gruppe gleichberechtigt, das hei\u00dft, Diskussion und Erfahrung bestimmt. Jedes Kind wird als eigenst\u00e4ndige Pers\u00f6nlichkeit beachtet, seine Individualit\u00e4t und seine Kreativit\u00e4t gef\u00f6rdert.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Kindergruppen-Betreuer\/innen haben eine staatlich anerkannte Ausbildung. Sie reflektieren und bearbeiten ihre T\u00e4tigkeit in Supervisionssitzungen.\u00a0Aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen, also die Betreuer\/innen und die Eltern sind aufgefordert, in Kindergruppen von und mit den Kindern zu lernen.\u00a0Rebeca Wild schreibt in &#8222;Grenzen f\u00fcr die Erwachsenen&#8220; dazu:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eDoch es besteht die M\u00f6glichkeit, zwischen Disziplin und Laisser-Faire jeden kleinen Lernschritt der Kinder auch f\u00fcr uns zu nutzen, mit ihnen ein Netz von vielen kleinen Erfahrungen zu kn\u00fcpfen, das nicht nur f\u00fcr die Kinder, sondern auch f\u00fcr uns ein neues Verst\u00e4ndnis reifen l\u00e4sst. So, wie Kinder sich ver\u00e4ndern und bereit sind, aus jeder Situation zu lernen, k\u00f6nnen auch wir nach und nach ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Lebensprozesse entwickeln. Auch wir k\u00f6nnen den Weg aus nat\u00fcrlicher Egozentrik zu Kooperation finden, wenn wir gerade in den \u201eunwichtigen\u201c Momenten, aus denen unser Leben mit Kindern ja haupts\u00e4chlich besteht, gegenw\u00e4rtig sind und verschiedenste Zusammenh\u00e4nge neu wahrnehmen und wie Kinder \u201ekleine\u201c Entscheidungen treffen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Eine besondere Aufgabe f\u00fcr Eltern und Betreuer\/innen in Kindergruppen ist die Zusammenarbeit der Erwachsenen. Dazu steht im \u201eManifest der Erwachsenen in selbstorganisierten Kindergruppen\u201c:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eDie Selbstorganisation und die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Erwachsenen sollen in den Kindergruppen einen N\u00e4hrboden bilden, woraus Vertrauen und dadurch ein lustvolles Arbeiten mit den Kindern m\u00f6glich wird. Weder Eltern, BetreuerInnen noch Kinder haben sich dem Projekt unterzuordnen, denn dies k\u00e4me einer Missachtung der Betroffenen gleich und es ist zu bezweifeln, dass Kinder inmitten der daraus entstehenden Spannungen Selbstachtung lernen k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen erkennen, dass eine gemeinsame inhaltliche Basis und die konstruktive Zusammenarbeit der Erwachsenen eine zentrale Frage f\u00fcr die Weiterentwicklung der Kindergruppen ist; kein Teil kann auf Kosten des anderen seine Bed\u00fcrfnisse befriedigen, dies kann nur zu Lasten der Kinder gehen. Immer mehr treten dann starre Regelungen, Verordnungen oder die Frage der Haftung in den Vordergrund.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Weiters hei\u00dft es im Kindergruppenmanifest zu den Grundvoraussetzungen f\u00fcr eine gemeinsame Arbeit in Kindergruppen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u2013 \u201edass sich die Eltern als Tr\u00e4ger des Projekts begreifen und ihre Mitarbeit und Unterst\u00fctzung der gesamten Kindergruppe zu Verf\u00fcgung stellen<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u2013 dass es einen partnerschaftlichen Umgang miteinander gibt, d. h. kein herk\u00f6mmliches Dienstgeber\/Dienstnehmer-Klima, keine Leiterin\/Helferin-Hierarchie etc.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u2013 dass regelm\u00e4\u00dfig (monatlich) ein Elternabend stattfindet, auf dem alle organisatorischen und inhaltlichen Probleme besprochen werden, wodurch Eltern und BetreuerInnen gemeinsam die Verantwortung f\u00fcr die Belange der Kindergruppe \u00fcbernehmen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u2013 Gegenseitiger Respekt und gemeinsame Entscheidungsprozesse bieten eine tragf\u00e4hige Basis, vor allem aber die M\u00f6glichkeit, Probleme anzusprechen, sich \u00fcber die eigenen \u00c4ngste und Zweifel klar zu werden hilft uns offener und authentischer dem Kind als Beziehungsperson gegen\u00fcber zu sein.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Buchempfehlungen:<\/strong><\/p>\n<p><em>Reichel, Gusti: &#8222;Lebendig statt brav&#8220;. M\u00fcnster, \u00d6kotopia Verlag, 1988. (Nicht mehr im Handel erh\u00e4ltlich, aber in der B\u00fccherei am Urban-Loritz-Platz auszuborgen!)<\/em><\/p>\n<p><em>Rebeca Wild: &#8222;Freiheit und Grenzen, Liebe und Respekt. Was Kinder von uns brauchen&#8220;. Sch\u00f6nau, Arbor Verlag, 1998.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jede einzelne Kindergruppe ist ein eigenst\u00e4ndiger gemeinn\u00fctziger Verein. 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